Iberian Honeymoon Tour Part 5


Ziel: Granada

Tag 29    23.09.17     ca. 30°       Sonne

 

Heute sind wir um 07:30 Uhr aufgestanden um etwas eher los zu kommen als sonst. Bei aufgehender Sonne, schafften wir es also zu rollen. Viel Verkehr gab es auch noch nicht und so kamen wir gut voran. Doch dafür wurden die Straßen immer schlechter! Irgendwann tuckerten wir im zweiten Gang die kurvigen, sandigen und löchrigen Straßen hoch.

Doch auch der Abschnitt war irgendwann vorbei und wir rollten wieder auf glatten Straßen weiter. Die Aussicht war super, wir passierten weiße Dörfer, gelegen in einer hügeligen grünen Landschaft. 60 km vor Alquaterra machten wir dann unsere Mittagspause. Mittlerweile war es wieder richtig warm geworden. Doch mit unserem altbewährtem Trick, das T-Shirt nass zu machen und die Jacke etwas auf zu lassen, wurden wir gut gekühlt. Eine selbst gemachte Klimaanlage ;)

Dieser Trick hielt ungefähr zwei Stunden und so konnten wir die Fahrt noch mehr genießen. Die Bilder sagen glaube ich alles...

Die Serrania de Ronda ist ein traumhaftes Gebiet im Süden von Spanien. Es gibt Naturparks, Höhlen, eine Schlucht und viele wunderschöne Dörfer.

Wir fuhren an allem leider nur vorbei und sparen uns die Sehenswürdigkeiten für ein paar Jahre später auf. Unser Ziel war ja schließlich Granada. 

Doch bevor wir dort ankamen, galt es noch 60 km Autobahn zu überwinden, denn es war bereits 16 Uhr und wir wollten spätestens um 18 Uhr ankommen. Zum Glück hatten unsere Freunde aus Albufeira uns einen Platz auf dem CP reserviert, denn der war eigentlich schon komplett voll und ausgebucht. So waren wir einige der wenigen, die auf den CP, 10 Minuten vom Zentrum entfernt, auffuhren und noch einen Platz erhielten.

Schnell schlugen wir unser Zelt auf und gönnten uns danach erst mal ein kühles Bier am Pool mit unseren Campingkumpels. Warm genug war es ja zum Glück noch....

Nach der Dusche gingen wir ins Restaurant.

Es war bereits halb 10, doch zum Glück bekamen wir noch was zu essen. 

Morgen früh wollten wir wieder zeitig aufstehen um zum "Pico de Veleta" zu fahren. Einen hohen Pass im Norden von Granada....

 

Gefahrene Kilometer: 385

Ort: Granada

CP: Camping Reina Isabel

Für unser Zelt war zum Glück noch Platz....
Für unser Zelt war zum Glück noch Platz....

Sangria hilft immer

Tag 30    24.09.17     30°    Sonne

 

Heute sind wir extra um 07:30 Uhr aufgestanden, um früh genug am Pass zu sein. 

Noch war es richtig frisch und je höher wir fuhren umso kälter wurde es zuerst noch. Ollo, unseren CP Kumpel nahmen wir mit. Auch wenn er nur einen Roller hatte, wollte er gerne damit die Aussicht genießen. Allerdings mühte sich der kleine Roller ganz schön ab um bergauf zu fahren. Doch wir waren geduldig und warteten immer wieder zwischendurch. Ab und zu fuhr ich auch vor um ein paar Fotos zu machen.

Gemeinsam schafften wir es auf den Parkplatz auf 2250m. Hier setzten wir Ollo ab um alleine weiter auf über 3000m zu fahren. Doch unser Plan wurde von einer bewachten Schranke zu nichte gemacht. Der uniformierte teilte uns mit, dass es nur Wanderern und Radfahrern gestattet ist hier hoch zu kommen. Alles betteln half nichts, er machte die Schranke nicht auf. Die Enttäuschung könnt ihr euch vorstellen. Total sauer tranken wir oben noch einen wärmenden Kaffee, bevor wir den Rückzug antraten. Ich ärger mich deswegen übrigens immer noch ;) Da nimmt man so einen langen Weg auf sich und darf nicht hoch....wirklich ärgerlich.

Natürlich war die Fahrt und die Umgebung trotzdem schön. Entspannt fuhren wir mit Foto Stops wieder runter in die Wärme...

Am CP angekommen machten wir noch schnell eine Wäsche und frühstückten erst mal ordentlich, bevor wir uns mit dem Bus ins Zentrum von Granada aufmachten. 

Dort angekommen schlenderten wir gemütlich durch die Gassen, machten eine Stadtrundfahrt mit einem der kleinen Bimmelzüge und stärkten uns mit Snacks und eine Menge Sangria.

Das half den enttäuschten morgen zu verarbeiten ;)

Sangria hilft immer!
Sangria hilft immer!

Auch wenn wir nur einen Tag Zeit hatten, so war die Laune wieder auf dem Höchststand. Die Stadt war einfach nur Wahnsinn! Aufgrund unseres kurzen Aufenthaltes schafften wir es leider nicht uns die "Alhambra" an zu schauen. Diese gehört zu den bedeutendsten Bauwerken in Spanien und ist Weltkulturerbe. Da dieses Bauwerk allerdings ein Gebiet von 13 Hektar umfasst, wird einem nahe gelegt die Besichtigungstour auf drei Tage verteilt zu legen. Da das mit unserem Zeitmanagment mal wieder nicht passt, setzten wir es auf unsere "Must See" Liste für später.

Stattdessen unternahmen wir einen etwas anderen Ausflug. Wir liehen uns Segways aus und nach einer kurzen warmfahrphase ging es auch schon los!

Wir fuhren zuerst durch die City, dann einen abgelegenen Hügel hoch um von dort eine tolle Aussicht auf die Stadt genießen zu können. Mal eine andere Art die Gegend zu erkunden. Uns hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und den Ort für diese grandiose Aussicht hätten wir alleine auch nicht gefunden.

Alhambra und Granada von oben betrachtet mit Sonnenuntergang
Alhambra und Granada von oben betrachtet mit Sonnenuntergang

Glücklich, aber total durstig und hungrig, gaben wir die Segways wieder ab und kehrten in ein Restaurant ein. Hier tranken und aßen wir fleißig, bevor wir gegen Mitternacht die Heimkehr mit einem Taxi antraten. Den Bus zurück fanden wir irgendwie nicht mehr. ;P

Nach einer schnellen aber notwendigen Dusche kuschelten wir uns völlig erledigt in unsere Schlafsäcke. Obwohl der Tag mit einer Enttäuschung begonnen hatte, so war er doch noch rundum klasse geworden. Mit der Gewissheit irgendwann auch hier hin wieder zu kommen, schliefen wir friedlich ein.

 

Gefahrene Kilometer: 86

Ort: Granada

CP: Camping Reina Isabel

Die Warnwesten und die Helme waren leider Pflicht ;P
Die Warnwesten und die Helme waren leider Pflicht ;P

Die Sierra Nevada

Tag 31          25.09.17            Sonnenschein und Hitze

 

Heute schliefen wir aufgrund des verlängerten Abends etwas länger und krochen so, erst gegen 08:00 Uhr aus dem Zelt. Und obwohl wir jetzt schon in kurzer Hose und T-Shirt alles einpacken und frühstücken konnten, ließen wir uns Zeit.

In der Hitze würden wir so oder so fahren müssen.

Knapp 300 km lagen heute vor uns und um eine Übernachtung mussten wir uns auch spontan kümmern. Trotzdem waren wir zuversichtlich gut voran zu kommen und verabschiedeten uns erst gegen 10:00 Uhr von unseren Camping Kollegen.

Zuerst fuhren wir gen Süden, raus aus Granada, bevor wir wieder nach Nord/Ost abbogen um zur Sierra Nevada zu gelangen. Die Straßen schraubten sich hoch und runter, durch eine karge und rauhe Landschaft. Gleichzeitig gab es viel zu sehen, ob nun wilde Sträucher, Kakteen, sandfarbene Hügel, kleine Dörfer oder ausgetrocknete Flussbetten. Langweilig wurde es sicher nicht!

Wir kamen zwar nicht schnell voran, aber die Strecke war klasse und es allemal Wert!

Gegen 12:00 Uhr hielten wir es nicht mehr aus und mussten unseren "Wet T-Shirt" Trick anwenden um uns etwas abzukühlen. Am späten nachmittag erreichten wir dann Tabernas und waren überwältigt wie groß die Sierra Nevada war. Hier könnte man tagelang herum fahren um alles zu erkunden und würde immer wieder was tolles neues entdecken. Wir waren hin und weg und beschlossen auf jeden Fall noch eine Runde ohne Gepäck zu drehen.

Zuerst galt es allerdings eine Unterkunft zu finden, bevor wir über einen Abstecher in die Wüste nachdenken konnten.

Wir fanden zwar keinen CP aber dafür ein noch relativ günstiges Hotel. Wir checkten ein, schmissen die Klamotten und Zeltausrüstung ins Zimmer stiegen wieder auf die Motorräder. Da es hier keine ausgewiesenen Strecken gab, bogen wir einfach irgendwo im nirgendwo ab und folgten einer Sandpiste, die sich als ausgetrocknetes Flussbett entpuppte.

Die Bilder können nicht beschreiben, was für Gefühle die Landschaft und diese Fahrt in mir auslösten. Es war heiß und anstrengend aber gleichzeitig wundervoll befreiend hier zu fahren. Das Flimmern in der Luft, überall Sand und Staub, dazu die karge Vegetation und die schroffen Felsen. Niemals werde ich diese Fahrt vergessen.

Nass geschwitzt und völlig erledigt, mussten wir leider irgendwann aufhören, denn der Hunger und der Durst machten sich deutlich bemerkbar. Bevor wir also wieder auf eine normale Straße abbogen, blickte ich nochmal zurück in diese unwirkliche Landschaft und hoffte, vielleicht irgendwann mit einer leichteren Enduro wieder zu kommen. 

Voller Dreck und Staub, machten wir noch einen kurzen Stop an der Tanke und im Supermarkt, wo wir uns mit Wasser und Dosenbier eindeckten, bevor wir wieder zurück ins Hotel fuhren.

Wir duschten unter kaltem Wasser mit unserem Dosenbier in der Hand und genossen das Wasser auf unserer Haut und das Bier in unseren Mägen. Erst danach wagten wir uns ins Hoteleigene Restaurant. 

Dort ließen wir es uns schmecken und schwärmten während des Essens von dieser tollen Landschaft und diesem grandiosen Tag.

 

Gefahrene Kilometer: 289

Ort: Tabernas

Hotel: ?

Erledigt und nass geschwitzt. Aber überglücklich! :)
Erledigt und nass geschwitzt. Aber überglücklich! :)

Füße im Meer

Tag 32      26.09.17      Sonnig

 

Ausgeschlafen und erholt traten wir gegen 10:00 Uhr die Maschinen an und nahmen einen kleinen Umweg in Kauf um uns nochmal die Wüstenlandschaft zu Gemüte zu führen. Es war kaum ein Auto unterwegs und wir genossen die kurvigen Straßen und die tolle Landschaft. Selbst als wir dachten, wir würden die Wüste verlassen, änderte sich kaum etwas. Das Gelände wurde zwar flacher, aber die Strukturen und Farben blieben.

Selbstverständlich wurde es wieder sehr warm. Doch wir waren es mittlerweile gewöhnt, machten viele Pausen, tranken immer zu etwas und fuhren einfach entspannt weiter. Erst als wir der Küste immer näher kamen, merkte man die Hitze immer mehr, aufgrund des dichteren Verkehrs und der Städte.

Wie immer kamen wir dadurch auch wesentlich langsamer voran. Doch wir wollten wieder an die Küste, also mussten wir da durch.

Doch irgendwann kamen wir an und konnten unser Zelt auf einem kleinen CP aufbauen. Danach wollten wir uns noch etwas bewegen und liefen so, zu Fuß, knapp sechs Kilometer zum nächsten Supermarkt. Gleichzeitig schlenderten wir noch am Strand entlang und steckten unsere Füße ins eiskalte Wasser.

Erst gegen 20:00 Uhr waren wir zurück, schmissen unseren Gaskocher an und brieten uns was leckeres. Es war zwar schon verdammt spät und wurde dunkel, aber mit einem Bier in der Hand, der frischen Luft und dem Gefühl der Freiheit ist alles halb so wild.

 

Gefahrene Kilometer: 352

Ort: Campbello

CP: ?

Home is where the Tent is ;)
Home is where the Tent is ;)

Reifen Chaos in Valencia

Tag 33.              27.09.17               Sonne pur

 

Manchmal sind es die kleinen Dinge die einen zur Weißglut treiben. In dem Fall, war es die Matratze von unserem Zeltnachbar. Keine Ahnung was für eine Matratze dieser Mensch gekauft hatte, aber sie war bei jeder seiner Bewegungen so laut, dass Marco fast durchgedreht wäre XD

Natürlich hat der gute Mann sich sehr oft hin und her gewälzt und dabei merkwürdige laute Geräusche von sich gegeben. Wenn ich nicht so müde gewesen wäre, hätte ich noch mehr darüber gelacht.

Trotzdem ging die Nacht irgendwie rum und routiniert wie eh und je, konnten wir nach unserem Morgenkaffee durchstarten.

Tolle Aussicht und spannende Straße
Tolle Aussicht und spannende Straße

Wir fuhren weg von der Küste und genossen die herrlichen Aussichten und kurvigen Straßen. 

Und damit uns ja nicht langweilig wird, führte uns unser Navi quer durch eine Obstplantage. Tolle Abkürzung?

Von wegen! Die Abkürzung stellte sich als Offroadpiste mit Sackgasse heraus. Loses Geröll, eine Steigung und eine verdammt schmale Piste, sorgten bei mir dafür, dass ich beim wenden prompt mit Betty umkippte.

Das war so nicht geplant...

Zum Glück ist außer meinem verletzten Stolz nichts weiter passiert. Doch leider sollte es bei diesem einen Sturz auf dieser Tour nicht bleiben.

Nachdem ich mich und Betty wieder aufgerappelt hatte, ging es zurück und wir nutzten die Straße ein paar Meter weiter. Hätte man das mal vorher gewusst.... ;)

Am Nachmittag erreichten wir dann unseren CP in Valencia. Hier luden wir alles von den Maschinen ab, bauten das Zelt auf, und fuhren wieder in die City.

Hier wollten wir beim Honda Händler neue Reifen aufziehen lassen. Leider hatte die Hitze Spaniens zu deutlich mehr Abrieb am Reifen geführt, als wir kalkuliert hatten. So kamen wir leider nicht um den Reifenwechsel herum.

Mehrmals hatten wir versucht den Händler vorab per Mail und telefonisch zu kontaktieren um die Reifen vor zu bestellen und uns anzukündigen. Dies hatte scheinbar nicht funktioniert, denn sie konnten sich zwar an uns erinnern, aber es waren keine Reifen bestellt worden. Nach langem hin und her und viel Unterstützung des Google Translators, konnten sie uns nur die TKC 70 zu einem überteuerten Preis anbieten. Für 150€ pro Hinterreifen, würden sie uns diese wechseln.

Allerdings würde das noch etwas dauern, denn sie müssten die Reifen erst holen. Bereits völlig genervt blieb uns nichts anderes übrig, als dem Deal zuzustimmen.

Mit einem abgefahrenen Reifen will schließlich niemand weiter fahren...

Nach drei Stunden Warterei hatten wir es dann endlich geschafft und konnten wieder auf unsere Krads steigen. Zwar hatten wir jetzt immer noch den Heidenau K60 Scout als Vorderreifen drauf und den TKC 70 als Hinterreifen, aber anders ging es im Moment eben einfach nicht.

Um 19 Uhr konnten wir also endlich zurück zu unserem CP aufbrechen. Dem Hungertod nahe, gönnten wir uns da über unserem Gaskocher ein leckeres Abendessen mit einem erfrischenden Bier. Nach so einem nervenaufreibendem Tag genau das richtige. Erst danach sprangen wir unter die Dusche und wuschen uns den Staub aus dem Gesicht.

Genauso gehört es sich wohl für dreckige Motorrad Reisende.... ;)

 

 

Gefahrene Kilometer: 229

Ort: Valencia

CP: Col Vert


Ausflug durch Valencia

Tag 34             28.09.17            leicht bewölkt               über 30°

 

Der Plan war eigentlich unendlich lange auszuschlafen, doch der laute Verkehr machte uns das zu nichte. Der CP lag direkt an einer Schnellstraße und so bekamen wir den morgendlichen Berufsverkehr nur allzu deutlich mit.

Gleichzeitig wachten wir beide auf und grinsten uns an. Gut, dann waren wir eben schon um 08:00 Uhr ausgeschlafen. So hatten wir zumindest noch einiges vom Tag.

Die Zeit nutzten wir sinnvoll und schlenderten mit unseren CP-Kumpels zum nahe gelegenen Strand. 

Wir breiteten unsere Strandtücher aus und sprangen ins kühle Nass. Zum Glück war das Wasser hier deutlich wärmer als bei unseren anderen Strandausflügen.

Gegen 11:00 Uhr stärkten wir uns dann erst mal mit Sangria aus der Dose.

Ja, eigentlich viel zu früh, aber egal. Wir hatten schließlich Urlaub! Und heiß war es bereits jetzt schon!

Im Anschluss aßen wir Mittag auf dem CP. Leckeres selbst gekochtes, bevor es mit dem Bus in die Stadt ging. 

Die schmalen Gassen, die alten Bauwerke und die Architektur im allgemeinen waren toll anzuschauen. Wir schlenderten gemütlich umher, genossen die Atmospähre, kauften Souvenirs und bummelten umher. 

Dementsprechend schnell verging die Zeit. So gönnten wir uns um 19:00 Uhr unsere letzte Paella der Reise. Das war ein trauriger und gleichzeitig leckerer Augenblick für mich.

Zurück am CP ging es erstmal weiter mit Sangria trinken. So saßen und quatschten wir noch bis spät in die Nacht. Das Reifen Desaster war vergessen und wir genossen den letzten gemeinsamen Abend.

 

Gefahrene Kilometer: 0

Ort: Valencia

CP: Col Vert


Fortsetzung folgt...

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Kommentare: 2
  • #1

    hartmut (Freitag, 21 Februar 2020 16:04)

    Toll ,wie immer. Ich glaube beim schreiben ,warst Du nochmal unterwegs.

  • #2

    ShinyRider (Samstag, 22 Februar 2020 11:35)

    @Hartmut
    Vielen lieben Dank für den Kommentar. Du hast vollkommen recht, in Gedanken, war ich wieder auf der Straße :)