Iberian Honeymoon Tour Part 1

Bei so einer Tourenplanung leuchten meine Augen!
Bei so einer Tourenplanung leuchten meine Augen!

24.08.2017          Zwei Tage vor Abfahrt

 

Gerade sitze ich auf dem Fußboden und starre auf das Chaos vor mir. Überall liegen Klamotten und sonstiges Zeug herum, welches es zu verpacken gilt.

Diesmal müssen wir einiges umplanen, denn ich habe neue Koffer und auch eine Isomatte für zwei Personen ist dazu gekommen. Somit muss der ganze Packplan nochmal überarbeitet werden. 

Was ein Chaos...

 

Eine Stunde später bin ich einigermaßen zufrieden. Zumindest meine Koffer sind jetzt gepackt. Die Schlafsäcke, Wäscheleine, Stirnlampen und Sitzhocker nehmen einen Koffer mit 11 kg Gewicht ein.

Der andere Koffer wiegt 14 kg und beherbergt die Verpflegung, Kochgeschirr, Gaskocher und und und...

 

An den Rest machen wir uns morgen. Kurz vorher alles gepackt zu wissen, ist doch viel spannender als eine Woche im voraus...  ;)

 


Langer Erster Tag

Tag 1          26.08.2017         Bewölkt      22° - 28°

 

Kilometer bei Start: 119825

 

Gemütlich, fast ausgeschlafen, wachte ich vor dem Wecker auf und grinste. Es war kurz vor acht, endlich konnte es los gehen.

Doch wir ließen uns Zeit, wollten keine Hektik aufkommen lassen direkt am ersten Tag unserer Tour.

Also frühstückten wir die letzten Reste, tranken entspannt unseren Kaffee, packten alles zusammen und kontrollierten noch mal den Zustand der Wohnung, bevor wir die Tür hinter uns ins Schloss fallen ließen.

Endlich geht's los!
Endlich geht's los!

Draußen machten wir uns daran unser ganzes Gepäck zu verzurren und starten dann kurz nach 10:00 Uhr die Motoren.

Nach nur einer Stunde erreichten wir Holland und knapp 100 km später das Ende davon. Jetzt lag ein langes Stück in Belgien vor uns, welches wir mit einer Tank- und Kaffeepause gut überstanden.

Die Landschaft änderte sich erst langsam, doch irgendwann erreichten wir sanfte Hügel, die teils bewaldet oder beackert waren. In Frankreich wich dann alles der Landwirtschaft. Überall riesige Felder und rollende Traktoren. 

Gegen 18:00 Uhr erreichten wir ein Mahnmal für gefallene Soldaten. Wir machten eine Pause und nahmen uns die Zeit uns etwas um zu schauen.

 

Dies ist eine Gedenkstätte der gefallen Soldaten im ersten Weltkrieg. Imposant ragt diese Pyramide mit drei Soldaten auf dem Sockel über die Ebene der Champagne empor.

 

 

Ungefähr eine Stunde später erreichen wir unseren Campingplatz in Chalons en Champagne. Für 15€ durften wir die Nacht bleiben. Routiniert und wie selbstverständlich bauten wir unser Zelt auf.

Aufgrund meines Hungers waren wir wirklich schnell und konnten uns so im Anschluss dem kochen widmen. Es gab Nudeln mit Tomatensoße ;)

Der Gaskocher leistete wie immer wundervolle Arbeit, obwohl er uns das erste Mal beim auspacken auseinander gefallen war. Eine kleine Schraube hatte sich gelöst und diese lag nun im Gras und versteckte sich gekonnt. Doch nach etwas panischem suchen konnten wir das kleine fiese Ding sicher stellen und wieder einbauen.

Beim nächsten Mal heißt es etwas besser aufpassen :P

 

 

Mit vollen Mägen konnten wir uns dann dem duschen, spülen, aufräumen und dem Krads checken widmen.

Dies war wirklich ein langer und heißer ersterTag gewesen. Zum Gluck warden es morgen weniger Kilometer. Doch die Temperatur steigt und soll morgen die 30 Grad knacken.

Egal, wir sind im Urlaub! :)  

 

Kilometer: 415

 

CP: Chalons en Champagne

 

 

PS: Wir lieben es in unserem Zelt zu liegen, zu schlafen und zu reisen wohin wir wollen. Genau das können wir jetzt machen. Möge die Zeit so langsam vergehen wie nur möglich...


Es wird noch wärmer...

Tag 2.   27.08.2017  20° - 34°

Hauptsächlich Sonnig

 

Nach einer etwas rauhen und lauten Nacht, war ich bereits wieder vor dem Wecker wach. Gewisse Zeltnachbarn vollführten noch etwas länger eine lautstarke Party, bis sich jemand mit lautem Geschrei beschwerte. 

Danach war dann zum Glück Ruhe.

Bei noch angenehmen 18° genossen wir unseren Kaffee und fuhren anschließend los. Frühstücken wollten wir unterwegs und nach ca 50 km erhielten wir auch die Gelegenheit dazu.

Der Himmel verdunkelte sich, es wurde kurz Nacht und wir konnten uns noch gerade so in eine Boulangerie retten, bevor das Unwetter richtig los ging. Beweisfotos gibt es keine, die Kamera lag trocken verstaut im Tankrucksack.

Nach knapp einer halben Stunde machten wir uns wieder auf die Socken. Die Sonne schlug gleich zu und es wurde viel zu schnell viel zu warm. 

 

Wir verließen die Bundesstraße und kamen endlich in den Genuss der kleinen Dörfer und kurvigen Landstraßen. Schnell übersprangen wir die 30° Marke auf meinem Thermometer. Fast stündlich hielten wir an und machten eine Pause im Schatten.

Unsere Füße und Köpfe schienen zu brennen. So kamen wir völlig erledigt gegen 17:00 Uhr am Campingplatz an. Der deutsche Besitzer erkannte leider nicht, dass wir in der Sonne zerflossen und erzählte uns irgendwas von Sprit vermischt mit Wasser.


Wir nickten und warteten sehnsüchtig darauf, dass er endlich den Papierkram erledigen würde und wir los könnten. Nach einer gefühlten Ewigkeit zeigte er uns einen Platz für unser Lager. 

Wir packten aus, Marco fuhr noch mal zur Tankstelle Wasser kaufen, während ich den Rest aufbaute. Als er zurück kam war so gut wie alles fertig und wir schlenderten zum nahe gelegenen Fluss.

Hier konnten wir uns etwas abkühlen und planschen. Erst danach gönnten wir uns noch mal eine kalte Dusche und daraufhin etwas zu essen. Leider war der CP einer der schlechtesten den wir seit langem besucht hatten. Kein Klopapier, generell kein warmes Wasser, alles dreckig und und und... 

Für eine Nacht würde es gehen, also biss ich die Zähne zusammen und versuchte mich nicht weiter auf zu regen. 

Das Essen war gut, die Krads liefen tadellos und langsam wurde es kühler. Außerdem hatten wir ja Urlaub :)

 

Also ab ins Zelt und entspannen, bevor die Hitze uns morgen wieder hat.

 

Ort: Chatel de Neuvre

CP: La Courtine Plage pro Nature

 

Kilometer: 333


Es geht bergauf!

Erste Berge am Horizont
Erste Berge am Horizont

Tag 3.    28.08.17    19° - 38°   Sonnig

 

Obwohl der Wecker klingelte, blieben wir beide noch liegen.

Wir hatten noch so überhaupt keine Lust auf zu stehen, denn in der Nacht haben wir beide den Kampf um die Isomatte ausgetragen.

Jeder wollte etwas mehr Platz, doch am Ende, also mitten in der Nacht, ging der Kampf unentschieden aus.

Dementsprechend müde und langsam krochen wir aus den Federn.

Erst nach unserem Kaffee kam wieder Leben in die Bude und wir fingen an zu packen. Ein kleiner Regenschauer erschreckte uns, doch nach ein paar Minuten hörte es auf und wir konnten im Trockenen los.

Weg von diesem furchtbaren CP, hinein in die ersten sanften Hügel der Auvergne. 

Es wurde zwar wieder richtig warm, doch wir genossen die Kurven, die Landschaft, die kleinen Dörfer und unseren ersten Pass der Reise. Den Col de Guey (1268m).

 

Da wir bereits die Mittagszeit überschritten hatten, beschlossen wir etwas zu essen. Und das am Besten in dem Restaurant, das Marco beim vorbei fahren gesehen hatte. Also wieder zurück und die Pause im Schatten genießen.

Natürlich war das Essen nicht günstig. 16€ pro Person und das ohne Getränke.

Aber das kannten wir bereits von Frankreich.

Zudem nur eine französische Karte und ein Franzose, der kein englisch konnte.

So bestellten wir einfach irgendwas und hofften auf das Beste.

 

Uns war schon klar, dass wir langsam voran kamen. Doch jetzt wurden wir noch langsamer... Die Straßen wurden immer enger und kleiner, sie wanden sich hoch und runter, bis wir irgendwann auf 1568 m unterwegs waren.

Hinzu kamen dann noch diverse Straßensperrungen. Umleitungen waren nicht ausgeschildert und wir verfuhren uns mehrmals, landeten in schwierigen Schotterpassagen, auf Hinterhöfen von Bauern und auf Straßen auf denen wir von Hunden verfolgt wurden. Aber irgendwie schafften wir es dann doch wieder auf den richtigen Weg. Jetzt fehlte nur noch eine Tankstelle und ein Supermarkt.

Beides fanden wir erst nach 18:00 Uhr. Dementsprechend spät (19:30 Uhr) kamen wir am CP an. Wir waren nass geschwitzt, ziemlich k.o. vom anstrengenden Fahrtag und mal wieder hungrig. 

Da wir leider erst so spät ankamen, konnten wir nicht mal mehr in den CP eigenen Pool...wie bitter :(

Wir bauten das Zelt auf, duschten im Anschluss zum Wohle der Menschheit, und setzten uns erst dann in das kleine dazu gehörige Restaurant. 

Wir bestellten Bier und eine Kleinigkeit zu Essen. Um 21:00 Uhr waren wir dann bereits hundemüde. Diese Hitze machte uns wirklich zu schaffen.

Wir hatten knapp 10 Stunden gebraucht um unser Ziel zu erreichen. Hoffentlich brauchen wir morgen nicht wieder so lange. 

 

 

Ort: Brengues

CP: Camping le Moulin Vieux

 

 

Gefahrene Kilometer: 362

 

PS: Uns ist aufgefallen, dass es hier im "Hinterland" wirklich wenig Supermärkte gibt. Wir hatten Glück, dass wir noch einen gefunden hatten, sonst wäre es wirklich knapp mit dem Wasser geworden.


Klapper, klapper

Einer der schönsten Campingplätze der gesamten Reise
Einer der schönsten Campingplätze der gesamten Reise

Tag 4.     29.08.2017     20° - 30°    Sonnig

 

Obwohl wir beide gestern früh ins Bett gegangen sind, haben wir verdammt lange geschlafen. Ich bin erst gegen 07:30 Uhr aufgewacht, Marco noch später.

Doch das hatte uns nach dem anstrengenden Tag gestern richtig gut getan. Wir fühlten uns wieder fit und obwohl viel Strecke vor uns lag ließen wir es entspannt angehen.

So fuhren wir noch bei angenehmen Temperaturen los, hielten allerdings bereits nach kurzer Zeit wieder an.

Seit zwei Tagen klapperte etwas in meinen Koffern (angeblich). Ich hatte bereits dreimal umgepackt, weil ich dachte es wäre das doofe Topfset gewesen. Vorher hatte es nie so einen Krach gemacht. Doch auch davon ging das klappern nicht weg. Heute allerdings sollte sich das Rätsel lösen!

Ich fuhr vor und wir fuhren eine wellige, aber leichte Schotterpiste. Es ging bergauf und der Belag wechselte wieder zu Asphalt, als Marco erheitert aufschrie und mich bat an zu halten. Er hatte das Geklapper identifiziert!

Nicht der Inhalt meiner Koffer war das Problem, sondern der lockere Kettenschutz veranstaltete diese "Musik". Schnell war der Schrauber mit seinem Werkzeug zur Hand und zog alles fest was locker war.

Für Heute war das Problem gelöst, doch der Kettenschutz sollte uns noch öfter auf dieser Tour verfolgen.

Die Straßen wurden immer breiter und größer. Wir merkten spürbar das wir uns der Küste näherten. So genossen wir noch die Ausläufer der Auvergne und hofften hinter jeder Kurve bald die Pyrenäen zu erblicken.

Kurze Pause vor der Großstadt im Schatten
Kurze Pause vor der Großstadt im Schatten

80 km vor unserem Ziel waren die Umrisse dann zu erkennen. Nur schwach und im schlechten Licht zwar, aber trotzdem. Ich war happy und konnte es kaum erwarten in dieses Gebirge ein zu fahren.

Doch vorher mussten wir uns durchs Großstadt Getümmel von Frankreich kämpfen. 

 

 

Es trennten uns nur noch 18 km von unserem CP in Saint Jean de Lux, doch der letzte Teil der Strecke forderte unsere volle Aufmerksamkeit.

Tausende Autos, mehrspurige Straßen und überdimensionale Kreisverkehre rüttelten uns nach den paar Tagen der Einsamkeit wieder wach. Nachdem Marco sich zweimal im Kreisverkehr verfahren hatte übernahm ich die Führung. Er hasst es einfach durch Städte zu fahren und regt sich dann immer ein klein wenig auf.... ;)

 

Also fuhr ich das letzte Stück vor und lotste uns sicher, aber langsam aufgrund von Stau, heraus aus diesem Moloch.

Schließlich erreichten wir unser Ziel. Wir bauten das Zelt auf, zogen unsere Badesachen an und schlappten zum Strand.

Hier waren wir also, an unserem ersten Meer! Wir hatten uns den Golf von Biskaya ausgesucht, eine Bucht im Nord Atlantischen Ozean. Wunderbar gelegen zwischen Frankreich und Spanien. Und obwohl das Wasser wirklich kalt war, sprangen wir hinein und ließen die Hitze hinter uns. 

Einfach herrlich.

Kaum waren wir allerdings am Strand angekommen, fing es an leicht zu regnen.

Und für morgen war auch kein gutes Wetter angesagt.

War ja klar, immerhin wollten wir hier zwei Nächte bleiben....

Wir hofften auf das Beste, gingen zurück zum Zelt, richteten uns her und suchten uns ein Restaurant mit Meerblick.

Jetzt konnte der Urlaub richtig beginnen!

 

 

Gefahrene Kilometer: 379

CP: Camping-plage Soubelet

Ort: Saint Jean de Luz

 

PS: Wieder mal wollte im Restaurant keiner mit uns englisch sprechen. Eine englische Karte gab es auch nicht und so wurden wir einfach sitzen gelassen, bis wir irgendwann mit Google übersetzt hatten, was wir essen wollten. Wirklich ärgerlich, denn es ist nicht so, dass die Leute kein englisch sprechen können, sondern es oftmals einfach nicht wollen.

Marco könnte darüber sehr lange fluchen ;)


Die dunkle Bedrohung

Tag 5.        30.08.2017        21° - 28°         Sonnig und Gewitter :(

 

Ohne Wecker oder irgendeiner Uhr, mit der ich hätte kontrollieren können wie spät es war, bin ich irgendwann aufgewacht.

Es wurde gerade erst hell, am Horizont war die aufgehende Sonne zu sehen.

Ich ging mir die Zähne putzen, zog mich an, setzte den Kaffee auf und fing gerade an im Zelt herum zu kramen, als Marco aufwachte.

Er informierte mich, dass es erst 07:30 Uhr war. Tja, wer früh ins Bett geht ....

 

Nach dem Kaffee kümmerten wir uns zuerst um die Wäsche. Nach der ganzen  Hitze hatten wir einen hohen "dreckigen Wäsche" Verbrauch zu melden.

Im Anschluss gingen wir runter zum Strand um uns tatsächlich mal in die Sonne zu legen. Der Wind war zwar ziemlich frisch und das Wasser eiskalt, aber wir genossen es, uns ohne die dicken Motorradklamotten zu bewegen.

Nachdem wir uns für ein paar Stunden die Sonne auf den Bauch haben scheinen lassen, meldete sich der Hunger.

Unsere Vorräte waren eh aufgebraucht und so machten wir uns auf in einen kleinen nicht weit entfernten Supermarkt. Hier kauften wir ein paar Snacks und Getränke, die wir im Schatten genossen.

Wir checkten die Motorräder, holten uns noch ein Eis und entschieden uns gegen 17 Uhr in die Altstadt zu fahren. Diese war ca. 10 km von unserem Standort entfernt.

Langsam meldeten sich dunkle Wolken am Horizont und wir hofften es noch rechtzeitig hin und wieder zurück zu schaffen.

 

Mit Rob erreichten wir schnell unser Ziel und fanden im Gegensatz zu  den Autos auch schnell einen Parkplatz. Wir schlenderten durch die Altstadt, kauften ein paar Souvenirs und beschlossen hier zu Abend zu essen.

Da es zudem auch noch anfing zu regnen, fiel uns die Entscheidung nicht schwer in ein Restaurant einzukehren. Während ich mir wieder Fisch gönnte, bestellte sich Marco eine Fleischplatte. Nach dem wir gegessen hatten, schien auch der Regen nach zu lassen und wir machten uns auf den Rückweg. Doch das schlimmste, sollte noch kommen...

Ab dieser Stelle gibt es keine Fotos mehr, hier müsst ihr mir einfach euren Glauben schenken. Was uns spät abends auf dem CP erreichte, war mehr als nur ein kleines  Gewitter.

Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich darauf gewettet, dass das Zelt gleich mit uns zusammen weg fliegt. Bis tief in die Nacht kämpften wir mit dem Regen, der es tatsächlich geschafft hatte sich durch unsere Zeltwand zu bohren. Der erste Minuspunkt für unser Zelt. Ja, der Regen war stark, aber das hätte nicht passieren dürfen.

Im dunkeln und strömenden Regen versuchten wir mit einer zusätzlichen Plane, dass Zelt und uns vor dem Regen zu schützen. Ein Akt der Verzweiflung.

Zumindest half es ein wenig.

An schlafen war kaum zu denken, abwechselnd kontrollierten wir die Konstruktion und hofften, dass wir nicht noch mehr Wasser abkriegen würden.

Ihr könnt euch vorstellen wie die Nacht verlief...

 

Gefahrene Kilometer: 0


Alles wird gut

Tag 6.       31.08.2017         13° - 18°        Bewölkt mit Regen

 

Wir hatten es geschafft. 

Was für eine Nacht. Unser Zelt hatte das erste Mal seine Schwachstelle offenbart und wir mussten mit zusätzlichen Planen improvisieren. Übermüdet aber heilfroh, dass noch alles dran war, krochen wir morgens, immer noch bei Regen, aus dem Zelt.

Der Sturm hatte dem CP gut zugesetzt. Überall lagen Materialien von anderen Campern herum. Bei vielen waren die Pavillons weg gegnickt oder weg geflogen.

Im Regen packten wir alles zusammen. Das Zelt flog so nass wie es war in den Packsack. Was sollten wir auch anderes machen?

Ohne Kaffee oder Frühstück, dafür in Regenkombi eingepackt, machten wir uns auf, raus aus der Stadt.

Und dann, endlich, waren wir mittendrin.

 

Die Pyrenäen.

Langsam ging es bergauf. Der Regen war nur noch sporadisch unterwegs und so konnten wir die ersten Passstraßen trotzdem genießen. Noch üppig grün und klar, genossen wir die ersten Kilometer in diesem Gebirge.

Ab jetzt würden wir aus den Kurven und tollen Ausblicken nicht mehr so schnell raus kommen :)

Als wir dann auch noch gegen Nachmittag einen kleinen Fluss fanden an dem Bänke und Tisch bereit standen, überlegten wir nicht lange und machten eine Pause. Wir kochten uns eine Suppe und im Anschluss selbstverständlich noch den obligatorischen Kaffee. Einfach toll. So konnten wir gestärkt die letzten Kilometer zu unserer Unterkunft fahren. 

Diese war die erste feste Unterkunft die wir vorab gebucht hatten. Gut versteckt fanden wir das Haus erst nach ein paar Minuten, wurden aber herzlichst empfangen. 

Gerade setzte der Regen wieder ein, so atmeten wir erleichtert auf, als wir unser kleines Reich betraten und im trockenen alles auspacken konnten.

 

Die Besitzer waren so nett und ließen uns das nasse Zelt in ihrer Scheune "aufhängen", damit es wenigstens ein wenig trocknen konnte.

Nachdem endlich alles erledigt war zeigte die Uhr 19:00 an. Die Hauschefs riefen zur Tafel!

Es gab hausgemachte Kost. Alles wurde von Ihnen selber oder von den Nachbarn angebaut oder produziert. Das Essen war wirklich lecker, abwechslungsreich und üppig. Da konnte ich tatsächlich kein negatives Wort fallen lassen. Englisch sprachen die beiden Franzosen nämlich auch.

Das sogar freiwillig mit uns ;)

Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, bevor wir voller Vorfreude in unser warmes, trockenes und kuscheliges Bett hüpften. 

Den Abend konnten wir entspannt ausklingen lassen.

 

Gefahrene Kilometer: 187

 

Unterkunft: Les 3 Baudets

Ort: Issor

 


Let´s get dirty!

Tag 7.    01.09.2017    12° - 22°     Sonne!

 

Aufstehen fiel uns auch heute noch schwer. Das Bett war warm und gemütlich, dass Wetter draußen düster und neblig.

Nach dem Frühstück allerdings schien die Lage wesentlich besser und unsere Laune stieg in die Höhe.

Auf geht´s Richtung Spanien!

Viva Espana!
Viva Espana!

Schnell rollten wir über die Grenze, tankten günstig voll und genossen die herrlichen Straßen und Aussichten. Genau so hatte ich es mir vorgestellt...

Berge, Sonnenschein und tolle Straßen zum fahren. Was will man mehr?

Nach kurzer Zeit bogen wir ab und verließen die geteerte Straße. Es war wieder Zeit für einen Offroad Einsatz.

Wir schraubten uns auf teils sandigem, teils steinigen Untergrund den Berg hoch. Spitzkehren, ausgewaschene Rinnen und lose Steine machten die Fahrt spannend und ließen uns gut schwitzen. Oben angekommen atmeten wir auf und genossen die Aussicht.

Was für eine Strecke! Bergab übernahm Marco die Führung und es wurde noch spannender. Diesmal tauchten trügerische Pfützen auf, die mich fast umgeworfen hätten, so tief waren sie. Doch Betty hielt mich tapfer oben und wir erreichten sicher den Fuß des Berges. Dort entledigten wir uns endgültig unserer warmen Klamotten, gönnten uns was zu trinken und schwärmten jetzt schon von Spanien.

Let´s get dirty! Genau so muss Betty aussehen :)
Let´s get dirty! Genau so muss Betty aussehen :)

Irgendwann erreichten wir eine Talsperre und entdeckten gut versteckt ein kleines Restaurant. Wie immer hatten wir wieder Hunger und wollten es uns dort ein wenig gemütlich machen.

Unser erstes spanisches Restaurant zeigte uns zwar keine englische Speisekarte, aber dafür englisch sprechende Menschen. Wir wählten einfach aus Namen die toll klangen und hofften auf was leckeres ;)

Wir wurden nicht enttäuscht! Das Mahl war vorzüglich und wir hatten uns ordentlich gesättigt. Positiv dazu kam noch der wesentlich günstigere Preis als vergleichsweise in Frankreich.

Ab jetzt würden wir nur noch in Spanien tanken und essen ;)

Im Anschluss ging es wieder zurück nach Frankreich. Denn noch waren wir mit der französischen Seite nicht durch. Hier gab es noch viel zu entdecken.

Hier wurde uns nochmal deutlich vor Augen geführt wie atemberaubend und beeindruckend die Pyrenäen sind. Wir schraubten uns Pässe hoch und runter, erblickten gewaltige Berge, Steine und Massive. Wir kamen aus dem staunen nicht mehr heraus. Einfach traumhaft und wunderschön.

Selbstverständlich machten wir viele Fotostops. Ab und zu gab es sogar Souvenirläden, in denen ich mein Glück beim Sticker kaufen versuchte. Nicht immer war ich erfolgreich, für Marco allerdings oft genug. Er schüttelte bereits den Kopf bei meinem Sticker wahn ;)

Und während ich auf der Jagd nach ihnen war, durfte Marco Fotos machen. Immerhin schien er dabei Spaß zu haben und lernte selbst bei der Tätigkeit jemandem kennen :P

Irgendwann erreichten wir dann Cauterets. Hier mussten wir uns erst mal eine Unterkunft suchen, denn wir wollten am nächsten Tag von hier aus mit einer Wanderung starten. Beim dritten Anlauf fanden wir dann ein Hotel.


Es verfügte über eine eigene kleine Küche und so konnten wir uns selber was zu essen kochen, ohne umständlich irgendwelche Camping Ausrüstung hoch schleppen zu müssen.

So kauften wir noch schnell ein, kochten uns was kleines und schlürften unser Bier.

Genau so müsste jeder Tag sein...

 

 

Gefahrene Kilometer: 255

 

Unterkunft: Residence de Lys

Ort: Cauterets

 


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Kurze Pause mit Schnittchen, Pizza fiel da aus ;)
Kurze Pause mit Schnittchen, Pizza fiel da aus ;)

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Kommentare: 4
  • #1

    Jürgen (Freitag, 24 November 2017 19:45)

    Hallo Ihr Zwei,
    ich bin über Svenjas Blog auf den Euren gestoßen.
    Nachdem ich mir dieses Jahr 4 Wochen Zeit für eine
    Tour um die Ostsee (inkl, Geiranger, Lofoten und Nordkapp)
    genommen habe und zu 80% bei Regen und Sturm gefahren bin
    war klar, dass es 2018 wieder in den Süden geht.
    Und da ich viele Ecken in Spanien und Portugal in meinem früheren
    Leben schon bereist habe (meist mit Fiieger und Mietwagen) ist
    eine Tour ähnlich wie Eure mein Plan für 2018.
    Ich bin gespannt auf Eure weiteren Berichte.
    Gruß
    Jürgen
    aus Bad Vilbel bei FFM

  • #2

    ShinyRider (Samstag, 02 Dezember 2017 23:40)

    Hi Jürgen!
    Danke für deinen Kommentar!
    Das mit der Kälte und dem schlechten Wetter können wir sehr gut nachvollziehen :)
    Nicht nur deshalb hat es uns auch in diese Richtung verschlagen.
    Toll, dass du schon mal da warst, dann kennst du ja bestimmt bereits gute Ecken.
    Wir wünschen dir auf jeden Fall eine tolle Tour für 2018 und ich bemühe mich die Berichte weiter zu schreiben.
    Liebe Grüße
    ShinyRider

  • #3

    Ulla Kugler (Montag, 04 Dezember 2017 14:05)

    Das ging ja schon heftig los, Agnes. Aber ihr habt gut durchgehalten auf dem Weg in den Süden! Wir waren inzwischen zweimal in der Provence und haben gestaunt über die allgemeine Sauberkeit und die Freundlichkeit der Franzosen. Aber es ist wohl personenabhängig. Bin gespannt, wie euer Bericht weitergeht!

  • #4

    ShinyRider (Sonntag, 17 Dezember 2017 18:46)

    Hi Ulla!
    Danke für deine lieben Worte! Wie du jetzt lesen kannst, haben wir auch unsere positiven Erfahrungen mit den Franzosen gemacht ;)
    Liebe Grüße und schöne Feiertage noch!